Motivationstheoretische Grundbedingungen…

Foto: © mediensprache.net

Nun habe ich also den ersten Artikel aus dem ZIF-Archiv über Motivationstheoretische Grundbedingungen… von Antonie Alm durchgearbeitet.

Dort heißt es zusammenfassend:  „Computer im FSU sind dann motivierend, wenn durch ihren Gebrauch Möglichkeiten geschaffen werden, die Grundbedürfnisse [Anmerk.: Kompetenz, Autonomie und soziale Zugehörigkeit nach Ryan & Deci, 2002] zu unterstützen, die sonst nicht gegeben wären (meine Hervorhebungen) .

Als Anwendungsbeispiele werden Quia bzw. Hot Potatoes genannt im Zusammenhang mit Vokabellernen im Anfängerstadium als Instrumente zur Vermittlung des „Gefühls der Kompetenzerfahrung“ auf dem Weg zur „Automatisierung von Oberflächenwissen … in manchen Bereichen, um Denkfähigkeiten höherer Ordnung … zu ermöglichen.“  Ich selbst habe zwar schon von diesen Hilfen gehört, aber noch nie damit gearbeitet. Wie sieht es bei Euch aus? Habt ihr damit Erfahrungen? Ich muss sie erst noch sammeln.

Im Artikel werden ebenfalls CMC-Lernumgebungen empfohlen, um den Lernern zu helfen, Ängste abzubauen über „stimulierende Kontakte“ und das Arbeiten an „sinnvollen Projekten“. Ein Beispiel für eine Anwendung könnt ihr auf der Seite Forum Deutsch finden, wo DaF-Lerner Tandempartner suchen.

Für interaktive online-Kommunikation werden im Artikel MOO-Umgebungen empfohlen, wovon ich bisher noch nichts gehört/gelesen hatte. Schlaumachen könnt ihr euch darüber in einem Beitrag auf Englisch: „MUD (Multiple User Domain), MOO (MUD, Object Oriented) und MUSH (Multiple User Shared Hallucinations)“ , von Silke von der Emde, Jeffrey Schneider und Markus Kötter.  Diese Anwendungen sehen sehr interessant aus:  Gruppen-Text-Chat und Audio-Video-Chat mit DaF-Lernern und Muttersprachlern weltweit. Nun muss ich noch herausfinden, wie man damit arbeitet. Könnt ihr weiterhelfen?

2 Antworten

  1. Liebe Katharina,
    von all diesen neu angebotenen Möglichkeiten bevorzuge ich persönlich auch für meinen Unterricht an erster Stelle das kollaborative Schreiben oder der Kontakt zu muttersprachlichen Briefpartnern. Die Möglichkeit von synchronen [Video-]Chats und Rollenspielen am Computer jedoch interessieren mich auch sehr – vor allem wegen der starken Hemmschwellen, die zu überwinden es einigen Lernern sehr schwer fällt. Allerdings stelle ich mir ein Arbeiten auf diese Weise eher als Entlastungsarbeit für die wirkliche face-to-face – Interaktion vor, so eine Art Probephase für den eigentlichen Auftritt. Als Anekdote dazu: vor einem Monat hatte ein Au-pair-Bewerber telefonisch Kontakt mit seiner Familie und er war (nach 5 Niveaus á 110 UE) so richtig glücklich, eigentlich alles am Telefon verstanden zu haben und sich selbst über weite Strecken verständlich machen zu können. Das Telefonat hat ihm also ganz authentisch seinen Lernerfolg gezeigt (ohne [zweifelhafte] Tests;) )
    Ich kenne auch Lehrer, die sehr begeistert mit Quia, Hot Potatoes, Webquest & Co. arbeiten. Allerdings, da stimme ich dir absolut zu, ist der Arbeitsaufwand enorm in der Ausarbeitung, dann werden solche Arbeitsblätter oft nicht getestet und sind voller Unzulänglichkeiten, und drittens – tatsächlich – sind die Schüler schnell wieder davon ab. Ich denke, ganz wichtig aus dem erwähnten Artikel ist dieses „Möglichkeiten…, die sonst nicht gegeben wären“, das wir wirklich immer im Hinterkopf behalten sollten.
    Liebe Grüße
    Rike

  2. Hallo Rike

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag🙂. Den Artikel von Alm werde ich gerne lesen, mir scheint, dass die motivationstheoretischen Überlegungen nicht nur für den Fremdspracheunterricht anschlussfähig sind.

    Mit den von dir angesprochenen Programmen wie Hot Potatoes kenne ich mich nicht aus. Als mir ein Kollege bei der Installation von Moodle half und mich in seine Arbeit im Fach Englisch mit seinen BerufsschülerInnen Einblick nehmen liess, habe ich aber gesehen, dass sich damit tolle Sachen machen lassen. Er wollte mir das dann zeigen, mir schwebte von Anfang an ein anderer Zugang zur Sprachproduktion vor. Wenn nämlich die Lehrerin stundenlang an virtuellen Arbeitsblättern komponiert, die die Kinder dann schwuppdiwupp in 2 Sekunden lösen, dann fand ich das irgendwie verkehrt, so mein Vorurteil.

    Zwar unterrichte ich keine Fremdsprache, die deutsche Sprache fühlt sich für meine Dritt- und ViertklässlerInnen aber oft genug wohl wie eine an🙂. Ich bin dann per Zufall bei der Internetrecherche auf das Freie Schreiben und auf die Schreibkonferenzen gekommen (Gudrun Spitta) und auf die Forschung mit computergestütztem Freiem Schreiben (Barbara Kochan). Da habe ich mich dann richtig reingekniet und mit Moodle die computergestützten Schreibkonferenzen eingeführt. Dazu müsste ich jetzt länger ausholen, ich denke, ich werde in meinem Blog dazu einmal mehr berichten…

    Was ist ganz toll finde, sind ECHTE, adressatenbezogene Schreibanlässe über die Grenzen eines Schulzimmers hinaus. Wenn du also einmal LernpartnerInnen brauchst, gerne. Ich kann einfach «nur» Dritt- und ViertklässlerInnen bieten (9 und 10 Jahre), und wir können auch «nur» deutsch. Im Kanton Bern wird nächstens Französischunterricht ab der 3. Klasse obligatorisch (jetzt ab der 5. Klasse) und Englisch ab der 5. Klasse (jetzt ab der 7. Klasse). Das ist aber nicht in der ganzen Schweiz so, der Föderalismus lässt grüssen…

    Ich grüss dich ganz lieb

    Katharina

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